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Ratgeber · Förderende

Ihre Anlage wird 20 Jahre alt: Das sind Ihre Möglichkeiten

Weiter einspeisen, auf Eigenverbrauch umstellen, einen Speicher nachrüsten oder neu bauen: was die Wege bringen und worauf Sie achten sollten.

Stand 16.10.2026Quellen

Ein Einfamilienhaus mit Solaranlage auf dem Dach in der Abendsonne
Symbolbild, KI-generiert

Für die ersten Solaranlagen auf deutschen Dächern endet jetzt die feste Vergütung. Das ist kein Grund zur Eile: Ihre Anlage darf weiterlaufen, und der Strom wird weiter abgenommen. Es lohnt sich aber, jetzt in Ruhe zu überlegen, wie Sie den Strom künftig am besten nutzen.

Wann die Förderung endet

Die feste Einspeisevergütung läuft 20 Jahre, dazu kommt das Jahr, in dem die Anlage ans Netz ging. Sie endet am 31. Dezember des zwanzigsten Jahres danach (Verbraucherzentrale).

Ihre Anlage ging ans Netz Die Vergütung endet
2005 31. Dezember 2025
2006 31. Dezember 2026
2007 31. Dezember 2027
2008 31. Dezember 2028

Danach müssen Sie nichts unternehmen. Ihr Netzbetreiber nimmt den Strom weiter ab und bezahlt ihn. Diese Übergangsregel gilt bis Ende 2032. Sie war zuerst bis Ende 2027 befristet und wurde mit dem Solarpaket I verlängert (Verbraucherzentrale). Auch der Entwurf für das neue EEG 2027 sieht für ausgeförderte Anlagen Zahlungen bis zum 31. Dezember 2032 vor (Gesetzentwurf der Bundesregierung).

Was Sie danach für Ihren Strom bekommen

Statt der festen Vergütung zahlt der Netzbetreiber den Marktwert für Solarstrom, abzüglich einer Kostenpauschale. Für 2025 lag der Jahresmarktwert bei 4,51 Cent je Kilowattstunde und die Pauschale bei 0,72 Cent. Übrig blieben also rund 3,8 Cent. Für 2026 sinkt die Pauschale auf 0,23 Cent; den Marktwert für 2026 kennt man erst Anfang 2027. Mit einem intelligenten Messsystem halbiert sich die Pauschale (Verbraucherzentrale).

Zum Vergleich: Eine Kilowattstunde aus dem Netz kostet einen Haushalt 2026 im Schnitt rund 37 Cent (BDEW). Jede Kilowattstunde, die Sie selbst verbrauchen, statt sie einzuspeisen, ist also fast zehnmal so viel wert.

Vier Wege für Ihre Anlage

1. Weiter einspeisen

Sie bauen nichts um und beantragen nichts. Bei kleinen Anlagen kann das aber zum Verlustgeschäft werden, weil Zähler und Versicherung weiter Geld kosten. Die Verbraucherzentrale rechnet für eine Anlage mit 2 Kilowatt-Peak (kWp, die Leistung Ihrer Module) mit rund 68 € Einnahmen und rund 130 € Kosten im Jahr (Verbraucherzentrale).

2. Auf Eigenverbrauch umstellen

Ein Elektrobetrieb baut den Zählerschrank um. Danach nutzen Sie den Solarstrom zuerst im Haus und speisen nur den Rest ein. Aus Bezugs- und Erzeugungszähler wird dabei ein Zweirichtungszähler, der beide Richtungen misst (SMA). Die Verbraucherzentrale nennt dafür Kosten ab etwa 200 €; muss der Zählerschrank erneuert werden, bis etwa 2.000 € (Verbraucherzentrale).

Mehr selbst nutzen können Sie auch ohne Speicher: Waschmaschine und Spülmaschine tagsüber laufen lassen oder das Warmwasser mit Solarstrom erwärmen.

3. Einen Speicher nachrüsten

Ein Speicher hebt den Strom vom Mittag für den Abend auf. So nutzen Sie deutlich mehr von Ihrem eigenen Strom. Installiert kostet ein Speicher etwa 300 bis 700 € je Kilowattstunde Speicherkapazität; größere Speicher sind je Kilowattstunde günstiger (Verbraucherzentrale). Ob sich das für Sie rechnet, hängt vor allem von Ihrem Verbrauch und der Größe Ihrer Anlage ab. Genau das rechnet der Speicher-Check unten für Sie aus.

Ist Ihr Wechselrichter schon älter, sollte ein Fachbetrieb ihn vorher prüfen. Oft lohnt es sich, ihn gleich gegen ein Gerät zu tauschen, an das sich die Batterie direkt anschließen lässt. Wie das bei verbreiteten Geräten geht, lesen Sie bei SMA Sunny Boy, Fronius IG und KOSTAL PIKO.

4. Neu bauen

Moderne Module liefern auf derselben Dachfläche bis zu doppelt so viel Strom. Eine neue Anlage, die bis zum 31. Dezember 2026 ans Netz geht, bekommt noch 20 Jahre lang eine feste Vergütung: bis 10 kWp 7,70 Cent je Kilowattstunde, wenn Sie selbst verbrauchen, oder 12,22 Cent, wenn Sie alles einspeisen (Verbraucherzentrale). Für neue Anlagen ab 2027 plant die Bundesregierung deutlich weniger; mehr dazu im Ratgeber EEG 2027.

Bevor Sie entscheiden

  • Anlage prüfen lassen. Ein Fachbetrieb prüft Sicherheit und Leistung. Die Verbraucherzentrale nennt dafür etwa 250 bis 300 € (Verbraucherzentrale).
  • Eintrag im Marktstammdatenregister. Jede Solaranlage muss im Marktstammdatenregister der Bundesnetzagentur stehen, auch ohne Förderung. Fehlt der Eintrag, holen Sie ihn sofort nach (Verbraucherzentrale).
  • Änderungen melden. Wechseln Sie von Volleinspeisung zu Eigenverbrauch oder bauen Sie um, melden Sie das dem Netzbetreiber und im Register. Meist übernimmt das der Fachbetrieb.
  • Versicherung. Melden Sie die Anlage Ihrer Gebäude- oder Haftpflichtversicherung. Eine teure Spezialversicherung lohnt sich nach dem Förderende meist nicht mehr (Verbraucherzentrale).
  • Steuern. Erträge aus Anlagen bis 30 kWp sind seit dem Jahressteuergesetz 2022 nicht mehr einkommensteuerpflichtig, auch bei ausgeförderten Anlagen (Verbraucherzentrale). Im Einzelfall fragen Sie Ihre Steuerberatung.

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