Ratgeber · Kosten
Was kostet ein Stromspeicher, und wann rechnet er sich?
Preise je Kilowattstunde, die richtige Größe, die Rechnung dahinter und worauf es im Angebot ankommt.

Ein Speicher ist die größte Ausgabe beim Umbau einer bestehenden Solaranlage. Ob er sich lohnt, entscheiden drei Dinge: der Preis je Kilowattstunde, die passende Größe und wie viel Strom Sie abends brauchen.
Was ein Speicher kostet
Installiert kostet ein Speicher in Deutschland etwa 300 bis 700 € je Kilowattstunde (kWh) Speicherkapazität, bei Speichern ab 5 kWh und mit fallender Tendenz (Verbraucherzentrale).
Wie stark der Preis von der Größe abhängt, zeigt der Preisindex der Verbraucherzentrale NRW. Ihre Energieberater haben 70 echte Angebote aus der Zeit von Januar 2025 bis August 2026 ausgewertet, für Speicher, die zusammen mit einer Solaranlage eingebaut werden (Verbraucherzentrale NRW):
| Speichergröße | Preis je kWh im Schnitt |
|---|---|
| 4 bis 6 kWh | 510 € |
| über 6 bis 8 kWh | 480 € |
| über 8 bis 10 kWh | 410 € |
| über 10 bis 12 kWh | 390 € |
| über 12 bis 16 kWh | 360 € |
Größere Speicher sind je Kilowattstunde günstiger, weil die Steuerung immer gleich viel kostet, egal wie groß die Batterie ist (Verbraucherzentrale NRW). Innerhalb jeder Größe streuen die Preise deutlich. Eine Notstromfunktion macht den Speicher zusätzlich teurer (Verbraucherzentrale).
Beim Nachrüsten an eine ältere Anlage kommt oft der Zählerschrank dazu. Die Verbraucherzentrale nennt für den Umbau Kosten ab etwa 200 €, für einen neuen Zählerschrank bis etwa 2.000 € (Verbraucherzentrale).
Wie groß der Speicher sein sollte
Größer ist nicht automatisch besser. Ist der Speicher deutlich größer als nötig, steigt der Eigenverbrauch kaum noch, und Sie bezahlen Kapazität, die selten voll wird. Die Verbraucherzentrale nennt als Richtwert etwa 1,5 kWh Speicher je 1.000 kWh Jahresverbrauch; für einen Haushalt mit 5.000 kWh und einer 5-kWp-Anlage also rund 7,5 kWh (Verbraucherzentrale). Fronius rechnet ähnlich, mit dem 1,2-Fachen bei durchschnittlichem und dem 1,5-Fachen bei geringem Verbrauch tagsüber (Fronius).
Der Speicher-Check folgt der Verbraucherzentrale: etwa 1,5 kWh je 1.000 kWh Verbrauch, höchstens das 1,5-Fache Ihrer Anlagenleistung, zwischen 5 und 15 kWh. Als Preis nimmt er im günstigen Fall den Durchschnitt für diese Größe aus der Tabelle oben und im vorsichtigen Fall 700 € je kWh, das obere Ende der Marktspanne.
Die Rechnung dahinter
Jede Kilowattstunde, die der Speicher abends liefert, müssen Sie nicht für rund 37 Cent aus dem Netz kaufen (BDEW). Dafür speisen Sie sie mittags nicht ein. Nach dem Förderende bekommen Sie fürs Einspeisen rund 3,8 Cent (Verbraucherzentrale). Jede gespeicherte Kilowattstunde spart dann also gut 33 Cent.
Ein Beispiel mit den Werten von unserer Startseite: Eine Anlage mit 6 kWp ist aus der Förderung gefallen, im Haus werden 4.500 kWh im Jahr verbraucht. Ein Speicher mit 8 kWh kostet 4.000 €. Er spart im vorsichtigen Fall 570 € im Jahr und hat sich damit nach etwa 7 Jahren bezahlt gemacht.
Wichtig ist, dass das vor dem Ende der Lebensdauer passiert. Batterien halten erfahrungsgemäß 10 bis 15 Jahre, Solarmodule deutlich länger (Verbraucherzentrale). Der Speicher-Check sagt deshalb nur dann „lohnt sich“, wenn sich der Speicher auch im vorsichtigen Fall innerhalb von 14 Jahren bezahlt macht.
Ein Speicher kann im Jahr nur so viel liefern, wie er oft voll geladen wird. Die HTW Berlin rechnet für ein Einfamilienhaus mit 200 vollen Ladungen im Jahr (HTW Berlin). Der Speicher-Check rechnet mit höchstens 250; mehr als die Speichergröße mal 250 Kilowattstunden setzt er nie an.
Etwas Strom geht beim Speichern verloren. Wie viel, unterscheidet sich je nach Gerät deutlich, und die Datenblätter helfen beim Vergleich wenig. Die Hochschule für Technik und Wirtschaft Berlin vergleicht Speicher deshalb jedes Jahr unter gleichen Bedingungen (Stromspeicher-Inspektion 2026).
Förderung
- Keine Mehrwertsteuer. Für Speicher an Solaranlagen auf Wohngebäuden gilt 0 % Mehrwertsteuer, auch beim Nachrüsten an eine bestehende Anlage (Bundesfinanzministerium).
- Förderkredit. Die KfW finanziert Speicher über den Kredit 270. Den Antrag stellen Sie vor dem Auftrag über Ihre Bank.
- Zuschüsse der Länder und Städte sind selten geworden. Was in Ihrem Bundesland gilt, lesen Sie in unserer Übersicht nach Regionen.
Worauf Sie im Angebot achten
- Nutzbare Kapazität. Vergleichen Sie den Preis je nutzbarer Kilowattstunde. Die Nennkapazität ist meist etwas größer als das, was Sie tatsächlich nutzen können.
- Garantie. Achten Sie auf die Dauer und darauf, wie viel Kapazität am Ende noch zugesagt ist.
- Alles im Preis. Zählerschrank, Energiezähler, Anmeldung beim Netzbetreiber und der Eintrag im Marktstammdatenregister gehören ins Angebot.
- Mehrere Angebote. Holen Sie mindestens zwei Angebote ein und lassen Sie sich die Wirtschaftlichkeit für Ihren Verbrauch vorrechnen.